Die Europäische Investitionsbank (EIB) stellt zwei Unternehmen der Hamburger Stadtwirtschaft strategische Finanzierungen für den Ausbau der Hamburger Infrastruktur zur Verfügung: Die Hamburger Energienetze GmbH (HNE) erhalten Mittel in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro für die umfassende Modernisierung des städtischen Stromverteilnetzes und vhh.mobility (Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH) erhält 125 Millionen Euro zur Beschaffung von 188 neuen Elektrobussen und zur Erweiterung der Betriebsinfrastruktur. Beide Unternehmen sind Beteiligungen der HGV (Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH), der Konzernholding der Freien und Hansestadt Hamburg, unter deren Federführung die Finanzierungen erfolgt sind. Angesichts des Investitionsbedarfs, den Hamburgs Energie- und Mobilitätswende erfordert, sorgen die günstigen EIB-Konditionen dafür, dass öffentliche Mittel besonders wirkungsvoll eingesetzt werden können und Hamburg sich als Modellstadt für nachhaltige Infrastruktur in Europa positionieren kann.
Eine Milliarde Euro für das Stromnetz der Energiewende
Die Darlehensverträge wurden heute offiziell von den städtischen Unternehmen und der EIB in Anwesenheit der EIB-Vizepräsidentin Nicola Beer, Finanzsenator Andreas Dressel, Staatsrat Martin Bill aus der Verkehrsbehörde sowie der Geschäftsführungen von HGV, HNE und vhh.mobility unterzeichnet.
Die Hamburger Energienetze GmbH investiert bis 2029 rund 2,9 Milliarden Euro in den Ausbau und die Modernisierung des städtischen Stromverteilnetzes. Die EIB begleitet dieses Programm mit einem Rahmenfinanzierungsvertrag von bis zu einer Milliarde Euro, was rund 28 Prozent der Gesamtfinanzierung entspricht. Die Finanzierung wird in mehreren Tranchen ausgezahlt. Die ersten Mittel wurden bereits im Oktober 2025 zur Verfügung gestellt.
Das Investitionsprogramm umfasst:
- Rund 1.500 Kilometer für neue und erneuerte Leitungen in der Nieder-, Mittel- und Hochspannung
- Die Erneuerung und Neubau von Umspannwerken sowie Ausbau digitaler Steuerungstechnik
- 120 neue Schaltfelder
- Digitalisierung der Netzinfrastruktur für die Integration erneuerbarer Energien
Das wachsende Stromnetz ist die materielle Grundlage der Hamburger Energie- und Mobilitätswende. Denn Prognosen zeigen: bis 2040 ist mindestens eine Verdoppelung der Netzhöchstlast zu erwarten – getrieben durch den Hochlauf von Wärmepumpen, durch mehr Elektromobilität und emissionsfreie Busse.
Das Projekt steht im Einklang mit den Zielen von REPowerEU, die Versorgungssicherheit zu stärken und den Anteil erneuerbarer Energien rasch auszubauen, und ist zugleich eingebettet in die europäische Energiestrategie.
125 Millionen Euro für 188 neue Elektrobusse und den Ausbau der Betriebshöfe
vhh.mobility – die drittgrößte kommunale Busbetreiberin Deutschlands – investiert in den nächsten Jahren bis zu 337 Mio. Euro in den Ausbau der Elektromobilität. Die EIB beteiligt sich an der Finanzierung dieses Projektvolumens mit einem Rahmenfinanzierungsvertrag in Höhe von 125 Millionen Euro, das rund 37% des Gesamtvolumens entspricht.
Das Vorhaben umfasst:
- die Beschaffung von 188 modernen Elektrobussen: 120 Standardbusse, 52 Gelenkbusse, 16 Kleinbusse
- den Umbau und Erweiterung des Betriebshofs Schenefeld inkl. Ladeinfrastruktur
Bereits heute fährt rund ein Drittel der rund 800 Fahrzeuge von vhh.mobility elektrisch. Seit 2020 beschafft das Unternehmen für Hamburg ausschließlich emissionsfreie Busse. Mit den neuen Fahrzeugen wird dieser Anteil deutlich erhöht. Die Investition trägt zur Reduktion von CO₂-Emissionen, Luftschadstoffen und Lärm bei, sowie zur Umsetzung der europäischen und nationalen Klimaziele im Verkehrssektor.
Das E-Bus-Programm von vhh.mobility und das Stromnetzprogramm der HNE sind dabei eng verknüpft: Der Hochlauf der elektrischen Busflotte ist nur möglich, wenn das Stromnetz auch auf die wachsende Ladeinfrastruktur ausgelegt ist. Beide Investitionen werden über die HGV koordiniert und strategisch aufeinander abgestimmt – ein Beispiel für die Bedeutung koordinierter Investitionen in Netz und Mobilität.
„Dieser Kredit gibt uns die Möglichkeit, Hamburg für alle Fahrgäste ein Stück lebenswerter zu machen. Jeder neue E-Bus auf den Straßen der Metropolregion Hamburg bedeutet weniger Lärm, sauberere Luft und ein sichtbares Zeichen für eine Stadt, die Verantwortung übernimmt – für Klima, Menschen und Mobilität. Wir wollen zeigen, dass nachhaltiger Nahverkehr nicht nur ein Ziel auf dem Papier ist, sondern gelebte Realität, die den Alltag unserer Fahrgäste spürbar verbessert.“
Britta Oehlrich, Geschäftsführerin vhh.mobility
Koordinierte Infrastruktur für die Hamburger Energiewende
Beide Projekte sind Teil einer übergreifenden Strategie der HGV als Plattform für öffentliche Infrastrukturinvestitionen in Hamburg. Die HGV bündelt die städtischen Beteiligungen in den Bereichen Energie, Mobilität, Wasser und Logistik– und ermöglicht damit eine koordinierte Investitionsplanung über Unternehmensgrenzen hinweg.
Die Synergien zwischen Stromnetzausbau und E-Bus-Flotte sind dabei exemplarisch: Die Elektrifizierung des ÖPNV erhöht die Anforderungen an das Stromnetz – gleichzeitig ist ein leistungsfähiges, digitales Netz Voraussetzung für den zuverlässigen Betrieb wachsender Ladeinfrastruktur. Über die HGV werden diese Investitionen strategisch verzahnt.
Die Finanzierung durch die EIB unterstreicht die europäische Dimension beider Vorhaben: Als EU-Klimabank unterstützt die EIB gezielt Infrastrukturprojekte, die zur Erreichung der europäischen Klimaziele und zur Umsetzung des European Green Deal beitragen.
Bild: Vertragsunterzeichnung am Rathausmarkt: Britta Oehlrich, Geschäftsführerin vhh.mobility (von links) und Staatsrat Martin Bill gemeinsam mit EIB-Vizepräsidentin Nicola Beer, HGV-Geschäftsführer Oliver Jensen, Finanzsenator Andreas Dressel und Gabriele Eggers, Kaufmännische Geschäftsführerin der Hamburger Energienetze. / Foto: Hamburger Energienetze